Sozialstadtplan Bremen
Referenz · Non-Profit & SozialesÜber das Projekt
Der Sozialstadtplan Bremen ist ein träger- und konfessionsübergreifender Wegweiser zu Hilfsangeboten in Bremen — von Suppenküchen, Notunterkünften und Kleiderkammern bis zu Beratungsstellen, Kältebussen und Trinkwasserbrunnen. Die Diakonie Bremen gibt ihn seit 2020 heraus; gemeinsam mit appfarms wurde er 2024/25 in eine offline-fähige, mehrsprachige Progressive Web-App überführt — finanziert aus den Spendenerlösen des Wilhelm Kaisen Bürgermahls.
Für uns war klar: Wenn Software Menschen in Not erreichen soll, muss sie dort funktionieren, wo Internet, Geräte und Zeit knapp sind. Genau auf dieses Anforderungsprofil haben wir Architektur und Tech-Stack ausgerichtet.
Live unter sozialstadtplan.de — als installierbare Progressive Web-App für iOS, Android und Desktop. Kein App Store, keine Anmeldung, kein Konto: Aufrufen, zum Home-Bildschirm hinzufügen, fertig.
Einblicke in die App
Pressestimmen & Hintergrund
- Weser-Kurier — Bremer Sozialstadtplan listet detailliert Hilfsangebote auf
- Weser-Kurier — Ob Essen oder Beratung: Der Bremer Sozialstadtplan zeigt Hilfen auf
- Bremer Senat — Unterstützungsangebote für hilfsbedürftige Menschen (Senatsvorlage, 23.01.2024, PDF)
- Diakonie Bremen — Sozialstadtplan: Digitaler Wegweiser für soziale Hilfsangebote
- Diakonie Bremen — Sozialstadtplan Bremen — Wegweiser für soziale Hilfsangebote
- www.sozialstadtplan.de — der Stadtplan live
Herausforderung
In Bremen leben rund 600 Menschen auf der Straße, jede:r fünfte Bremer:in lebt unter der Armutsgrenze. Bestehende Hilfsangebote sind zahlreich, aber für Betroffene schwer auffindbar. Der bisherige Sozialstadtplan existierte nur als Print-Faltblatt — schwer aktuell zu halten und für Menschen ohne festen Wohnsitz oder mit eingeschränktem Datenzugang nur begrenzt erreichbar. Gefragt war eine digitale Lösung, die auch ohne stabiles Internet, auf älteren Geräten und in mehreren Sprachen zuverlässig funktioniert.
Lösung
appfarms hat den Sozialstadtplan als Progressive Web-App umgesetzt — installierbar wie eine native App, mit Service-Worker für Offline-Betrieb und einer leichtgewichtigen Karten-Engine, die auch auf älterer Hardware flüssig läuft. Eine Umkreissuche zeigt Hilfsangebote in Laufdistanz, eine englische Sprachversion senkt die Sprachbarriere für Geflüchtete und Tourist:innen in Not. Über ein redaktionelles CMS pflegen die Mitarbeitenden der Diakonie Angebote, Öffnungszeiten und saisonale Schließzeiten (z. B. an Feiertagen) eigenständig — ohne Entwickler:innen einbinden zu müssen.
Ergebnis
Der digitale Sozialstadtplan wurde Ende 2024 zusammen mit einer Kommunikationskampagne ausgerollt. Träger- und konfessionsübergreifend listet er über 100 Angebote — von Suppenküchen über Notunterkünfte bis zu medizinischer Hilfe. Auch Akteur:innen in der sozialen Arbeit nutzen ihn als tägliches Werkzeug. Die parallele Print-Version bleibt bestehen und wird aus dem CMS gespeist. appfarms hat die Anwendung teilweise pro bono entwickelt — als Beitrag zu einem sozialen Bremen.
„Mit dem digitalen Sozialstadtplan ermöglichen wir es wohnungslosen Menschen und Personen mit geringem Einkommen, sowie allen, die diese unterstützen, schneller und einfacher auf die sozialen Angebote in Bremen zuzugreifen."
Häufige Fragen
Was ist eine Progressive Web-App (PWA) und warum war sie hier richtig?
Eine PWA verhält sich wie eine native App — installierbar auf dem Homescreen, offline nutzbar — kommt aber ohne App-Store-Hürden aus. Genau richtig für eine Zielgruppe, in der Speicherplatz, Datenvolumen und Konto-Anmeldungen oft Hindernisse sind.
Wie wird der Stadtplan offline nutzbar?
Ein Service Worker cacht Karten-Tiles, Angebotsdaten und UI auf dem Gerät. Nach dem ersten Aufruf funktioniert die App auch ohne Internet — bei wieder hergestellter Verbindung werden Aktualisierungen im Hintergrund nachgeladen.
Wer pflegt die Angebote im Sozialstadtplan?
Die Mitarbeitenden der Diakonie Bremen pflegen Angebote, Öffnungszeiten, Schließtage und Texte über ein redaktionelles CMS — ohne dass Entwickler:innen eingreifen müssen. So bleiben die Daten aktuell.